Wegwarte

Wegwarte

 

 

 Thomas Gröhling

 

Thomas Gröhling lebt und arbeitet als Bildhauer in Bug bei Bamberg, gibt neben seiner künstlerischen Arbeit auch gerne Workshops an Schulen, z.B. an der Grundschule Wiesenthau am Fuße der Ehrenbürg und an Schulen im Landkreis Bamberg.

Die Idee, der Wegwarte als „Allerweltsblume“ ein Denkmal zu setzen, kam Thomas Gröhling bei einer Begehung des Skulpturenweges Walberla, wo die Wegwarte mit ihrem Himmelblau die Wege säumte.

So beschreibt er seine Intention: „Die Wegwarte blüht mit ihren milden himmelblauen Blütenblättern von Juli bis Oktober am Walberla an allen Weg- und Ackerrändern, fast unscheinbar im Gegensatz zu den prächtigen Orchideen, die in 15 verschiedenen Arten auf der Ehrenbürg vorkommen. Auch als Heilpflanze bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen und der Reinigung bei Hautkrankheiten wurde und wird sie angewandt.

Interessant ist auch, dass ihre Wurzeln in Notzeiten wie nach dem Zweiten Weltkrieg getrocknet und gemahlen als Kaffeeersatz verwendet wurden. Nicht nur deshalb, so finde ich, sondern auch stellvertretend für die so reichhaltige Flora der Ehrenbürg hat die Wegwarte Aufmerksamkeit und Umsetzung in eine Skulptur verdient.“

Als Materialien wählte der Künstler Robinienholz, Metall, Kunststoff und Farbe.

 

Nochmal zurück zur so reichhaltigen verschiedenartigen Vegetation der Ehrenbürg. Ein Grund dafür ist sicher die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, etwa im feuchten Kalk-Buchenwald am Osthang mit Seidelbast, Frühlingsplatterbse, Türkenbund, Aronstab und vielen mehr.

Im Gegensatz dazu weist die Ehrenbürg viele extrem trockene Standorte etwa am Westhang oder auf dem Plateau auf wie die Trockenrasen mit Küchenschelle, Kartäusernelke, Fransenenzian, Zottiger Klappertopf, Schlüsselblume, Storchschnabel u.v.m., die Felskronen mit Weißem Mauerpfeffer als lebensnotwenige Wirtspflanze für den seltenen Apollofalter und sogar die Dolomitspalten als Vorposten der Alpenflora bzw mit Relikten der Eiszeit wie Felsenhungerblümchen und Felsenschaumkresse (vgl. Paul Titze, Vorlesungsskript „Kleiner Exkursionsführer zur Ehrenbürg, 1972).

Auch die zum Teil jahrhundertealten Wirtschaftsformen sind Ursachen für die Vielfalt der Natur. Etwa die Streuobstwiesen am Fuße der Ehrenbürg, die Heckensäume entlang der Wege, die Schafbeweidung an den Hängen und auf der Hochebene. Nicht unterschätzt werden sollte in ihrem ökologischen Wert auch die sogenannte „Mittelwaldnutzung“.  Hier werden im Gegensatz zum Hochwald die Gehölze von den Kirchehrenbacher „Rechtlern“  nur „auf Stock“ gesetzt. Der Großteil der Bäume, vor allem Linden, Haseln und Hainbuchen verkraftet den Rückschnitt ohne weiteres und treibt wieder aus. So entstehen lichtdurchflutete Waldtypen, die seltenen licht- und wärmeliebenden Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten.

Seit 1987 steht die Ehrenbürg unter Naturschutz.

 

Weitere Informationen zu Thomas Gröhling:

www.thomasgroehling.de