Dieter Erhard, geboren 1961 in Nürnberg, studierte Kunst in San Miguel de Allende in Mexiko. In Tennenlohe, wo er lebt und arbeitet, wenn er nicht gerade in Südamerika unterwegs ist, kann ein Skulpturenpark des Künstlers besucht werden.
Als Material verwendet Dieter Erhard für seinen Kirschblütenbaum Edelstahl und für die Standfestigkeit einen Betonsockel. In der Skulptur finden sich neben den stilisierten 21 Blüten ein Vogel, eine Stechmücke und ein Baumwichtel. Seine Idee beschreibt der Bildhauer wie folgt:
„Mit 200.000 Kirschbäumen verteilt auf 2.500 Hektar Anbaufläche zählt die Fränkische Schweiz zu den größten Kirschenanbaugebieten Europas. 360 cm hoch wölbt sich der Baum und präsentiert seine leuchtenden Kirschblüten. Der Sockel ist mit fränkischem Kalkstein besetzt, der vor allem das Gedeihen von Süßkirschen unterstützt. Eine Fliege hat Platz genommen auf einem Ast. Beim Bestäuben darf sie noch helfen, doch ehe sie ihre Eier ablegen kann, schnappt sie sich der Vogel. Was wohl der Baumwichtel hier will? Der freut sich schon aufs Kirschen naschen …“
Bei der Darstellung der Kirschblüten siegt die „Künstlerische Freiheit“ über die biologischen Fakten: Die Süßkirsche (Cerasus avium) gehört zur Familie der Rosengewächse und hat fünf schneeweiße, abgerundete Blütenblätter. Während der Blütezeit ab Mitte April scheint die Ehrenbürg wie in einen weißen Mantel gehüllt.
Die leuchtend roten süßen Früchte werden am liebsten gleich nach der Ernte gegessen – oder in veredelter Form als Kirschenbrand genossen. Auch das Holz des Kirschbaumes ist sehr gefragt wegen der rötlich-braunen Färbung bei Bildschnitzer- und Intarsienarbeiten und im Musikinstrumentenbau.
Noch gibt es sie rund um die Ehrenbürg, Kirschgärten wie aus dem Bilderbuch: stattliche Bäume mit dunklen, leicht glänzenden Stämmen, ausladenden Kronen und in der Sonne leuchtenden dunkelroten Früchten. Jedoch werden sie nach und nach abgelöst von Niederstammplantagen, weil diese leichter und ungefährlicher zu bewirtschaften sind. Die Hochstämme benötigen zum Abernten lange Leitern, die mit zum Teil recht wackligen Stangen gestützt werden müssen.
Bis ins 11. Jhdt. Lässt sich die Geschichte des Obstanbaus in unserer Region zurück verfolgen. Sie ist eng verbunden mit dem Kloster Weißenohe , hier begannen die Mönche mit dem Veredeln der Wildbäume. Die Landbewohner regten sie an und schulten sie ebenfalls Obstbäume zu pflanzen und zu pflegen.
So prägen noch heute die Streuobstwiesen die Landschaft im Ehrenbachtal und rund um die Ehrenbürg. Für viele Tierarten sind sie unverzichtbarer Lebensraum und fördern so die Artenvielfalt. Nicht zuletzt dafür ist die oft mühsame Arbeit der Obstbauern von unschätzbarem Wert.
Weitere Informationen zu Dieter Erhard:
www.kunstkreis-tennenlohe.de/dieter-erhard-01
VITA
Erhard absolvierte vor seiner künstlerischen Tätigkeit eine handwerkliche Ausbildung und eine Ausbildung zum Industriekaufmann. In Mexiko studierte er von 1987 bis 1989 Kunst bei Bellas Arte in San Miguel de Allende bei Helen Coffey. Seit 1993 ist Erhard hauptberuflich als freischaffender Künstler tätig.
Von 1990 bis 2012 leitete er die Galerie Im Gäßla in Erlangen-Tennenlohe, wo er den internationalen Skulpturenpark Tennenlohe und die Fiesta de Arte (ein Kunstfest mit Beteiligung internationaler Künstler) gründete.
In Nürnberg gestaltete er das 24 Meter Wandbild “Welle” im U-Bahnhof Maffeiplatz und die internationale Galerie im U-Bahnhof Plärrer, eine permanente Ausstellung mit Werken internationaler Künstler.
Mit seinen Edelstahl-Kunststoff Werken war er mit dem 8 Meter großen Wal im Gartenteich von Schloss Bellevue beim Bürgerfest des Bundespräsident a. D. Joachim Gauck sowie am Ernst-Reuter-Platz bei “Berlin leuchtet” vertreten. Der Wal ist nun dauerhaft auf dem Stadtsee in Rendsburg (Schleswig-Holstein) installiert.
Sein Kunstwerk “Quellstein” mit 9,4 t im Sebalder Forst ist das östliche Ende der Skulpturachse im Skulpturenpark Tennenlohe.
In den Erlanger Partnerstädten Beşiktaş (Türkei), Wladimir (Russland) und Riverside (Kalifornien, USA) erstellte er jeweils eine Skulptur. In Seadrift, Texas schuf er den Art Center Seadrift mit seinem Studio Artboat. In Guatemala initiierte er das Projekt “Kunst in Beton”.
Seit 2005 ist er Mitglied im Rotary Club Erlangen Schloss. Beim Rotary Club Guatemala Norte ist Erhard Ehrenmitglied. Er engagiert sich im sozialen Bereich Guatemalas.
Auszeichnungen
2009 Ehrenbrief Kultur der Stadt Erlangen
2012 Ehrenbürger San Miguel Dueñas, Guatemala
2017 Publikumspreis „Kronach leuchtet“ mit Skulptur Meerjungfrau
2018 Ehrenmitglied bei Rotary Club Guatemala Norte
2019 Publikumspreis beim Lichtevent „Kronach leuchtet“ mit der Skulptur Legend Hommage an Amelia Earhart[7]
2015 Ehrenteller Botschaft Guatemala, Berlin
Paul Harris Fellow Rotary Club Guatemala Norte
Paul Harris Fellow +1 Rotary Club Erlangen Schloss
Goldene Buch Eintrag der Gemeinde Gremsdorf
WEITERE SKULPTUREN