Der bildende Künstler Dieter Erhard ist in Forchheim kein Unbekannter. So finden sich in der Wohnanlage im Hof des ehemaligen Redemtoristenklosters Kunstwerke von ihm zu den Hochfesten des Kirchenjahres. In Tennenlohe bei Erlangen,wo er lebt und arbeitet, wenn er nicht gerade in Südamerika unterwegs ist, kann ein Skulpturenpark des Künstlers besucht werden. Werke von ihm sind auch in Spanien, Italien, Griechenland, Türkei, USA, Kanada, Mexiko und Guatemala zu sehen.
Dieter Erhard, geboren 1961 in Nürnberg, studierte Kunst in San Miguel de Allende, Mexiko. Wegen seines sozialen Engagements in Südamerika ist er Ehrenmitglied beim Rotary Club Guatemala Norte.
Seine Hexe, die er als „gute Hexe“ bezeichnet, besteht aus rund 1200 geschweißten Einzelteilen aus Edelstahl, meist Neuware, aber auch aus Resten von Pumpengehäusen. Stabilisiert wird die Figur durch einen Betonkegel im Inneren, so kann sie auf ihrem Besen nicht davon fliegen. Dreht man am Ring an ihrer Brust, werden Wünsche wahr.
Hier nun einiges Historisches zu den Hexen auf der Ehrenbürg. „ Das Walberla gilt im Volksglauben als Hexentanzplatz. In vorchristlicher Zeit war auf dem Walberla ohne Zweifel ein Kultplatz. Als das Christentum gepredigt wurde, errichtete man auf dem heidnischen Kultplatz die Walburgiskapelle. Und aus dem heidnischen Frühjahrsopferfest entstand die Walberlafeier, der Jahrmarkt am 1. Mai. Um den Bekehrten den neuen Glauben begehrenswert erscheinen zu lassen, behielt man also das alte Fest bei, erfand man die Sage von den tanzenden Hexen, den Unholdinnen, in die das Christentum die lichtvollen Gestalten der milden Göttinnen verwandelte.“ Zitat Ernst Deuerlein in „Die Ehrenbürg – Geologie, Archäologie, Volkskunde“, Björn-Uwe Abels e.a.
Die Angst vor Dämonen war in alter Zeit weit verbreitet, so auch in den Dörfern um die Ehrenbürg. Schutz erhofften sich die Dorfbewohner von der Heiligen Walburga. Um die Walburgisnacht herum waren sie jedoch dem wilden Treiben der Geister hilflos ausgeliefert.
Man erzählte sich nämlich, Walburga habe die auf der Ehrenbürg hausenden Hexen und Dämonen gezwungen, ihr beim Bau der Kapelle zu helfen. Aus Dankbarkeit erlaubte sie ihnen, in der Nacht zum 1. Mai ihr Unwesen zu treiben, wild zu tanzen, durchs Feuer zu springen und ausschweifenden Orgien zu feiern.
Die Heilige Walburga (710 – 779) kam wohl mit den Frankenmissionaren Kilian, Totnan und Kolonat nach Franken, wurde Äbtissin von Heidenheim. Sie erfuhr besonders ab dem 9. Jahrhundert in der Region große Verehrung, so lässt sich tatsächlich die Entstehung der Kapelle auf der Ehrenbürg im 10. Jahrhundert vermuten. Das erste schriftliche Zeugnis stammt aus dem Jahr 1360, da wird eine der Heiligen Walburga geweihte Kapelle mit dem dazugehötigen Kirchweihfest am 1. Mai beurkundet. Ihre heutige Form bekam sie im 16. Und 17. Jahrhundert.
Die Bewohner der umliegenden Dörfer vertrauten aber nicht nur auf die Heilige Walburga, sie schützten sich auch mit eigenen Ritualen: es wurden drei Kreuze an die Türen der Häuser und Ställe gemalt, Holunderzweige vor die Ställe platziert, die Äcker mit Weihwasser besprengt, überkreuzte gezackte Rechen und Besen an die Stalltüre gelehnt.
Noch ein Wort zu dem grausamen Aspekt der Hexengeschichte: Laut Quellenforschung der Stadt Bamberg wurden allein im Bistum Bamberg zwischen 1612 und 1630 , das sich in dieser Hinsicht besonders hervortat, 880 Frauen, Männer und Kinder der Hexerei bezichtigt und qualvoll gefoltert und auf Scheiterhaufen verbrannt.
Weitere Informationen zu Dieter Erhard:
www.kunstkreis-tennenlohe.de/dieter-erhard-01
Austausch des Keltenschädels und Aufbau der Walberla-Hexe
VITA
Erhard absolvierte vor seiner künstlerischen Tätigkeit eine handwerkliche Ausbildung und eine Ausbildung zum Industriekaufmann. In Mexiko studierte er von 1987 bis 1989 Kunst bei Bellas Arte in San Miguel de Allende bei Helen Coffey. Seit 1993 ist Erhard hauptberuflich als freischaffender Künstler tätig.
Von 1990 bis 2012 leitete er die Galerie Im Gäßla in Erlangen-Tennenlohe, wo er den internationalen Skulpturenpark Tennenlohe und die Fiesta de Arte (ein Kunstfest mit Beteiligung internationaler Künstler) gründete.
In Nürnberg gestaltete er das 24 Meter Wandbild “Welle” im U-Bahnhof Maffeiplatz und die internationale Galerie im U-Bahnhof Plärrer, eine permanente Ausstellung mit Werken internationaler Künstler.
Mit seinen Edelstahl-Kunststoff Werken war er mit dem 8 Meter großen Wal im Gartenteich von Schloss Bellevue beim Bürgerfest des Bundespräsident a. D. Joachim Gauck sowie am Ernst-Reuter-Platz bei “Berlin leuchtet” vertreten. Der Wal ist nun dauerhaft auf dem Stadtsee in Rendsburg (Schleswig-Holstein) installiert.
Sein Kunstwerk “Quellstein” mit 9,4 t im Sebalder Forst ist das östliche Ende der Skulpturachse im Skulpturenpark Tennenlohe.
In den Erlanger Partnerstädten Beşiktaş (Türkei), Wladimir (Russland) und Riverside (Kalifornien, USA) erstellte er jeweils eine Skulptur. In Seadrift, Texas schuf er den Art Center Seadrift mit seinem Studio Artboat. In Guatemala initiierte er das Projekt “Kunst in Beton”.
Seit 2005 ist er Mitglied im Rotary Club Erlangen Schloss. Beim Rotary Club Guatemala Norte ist Erhard Ehrenmitglied. Er engagiert sich im sozialen Bereich Guatemalas.
Auszeichnungen
2009 Ehrenbrief Kultur der Stadt Erlangen
2012 Ehrenbürger San Miguel Dueñas, Guatemala
2017 Publikumspreis „Kronach leuchtet“ mit Skulptur Meerjungfrau
2018 Ehrenmitglied bei Rotary Club Guatemala Norte
2019 Publikumspreis beim Lichtevent „Kronach leuchtet“ mit der Skulptur Legend Hommage an Amelia Earhart[7]
2015 Ehrenteller Botschaft Guatemala, Berlin
Paul Harris Fellow Rotary Club Guatemala Norte
Paul Harris Fellow +1 Rotary Club Erlangen Schloss
Goldene Buch Eintrag der Gemeinde Gremsdorf
WEITERE SKULPTUREN