„Isarnon” Keltische Spielfigur
Guido Häfner
Unser „local“ Guido Häfner, geboren 1968 in Schlaifhausen am Fuße der Ehrenbürg ist gelernter Feinmechaniker und studierter Bildhauer ( TU München). Ab 1991 entstehen in seinem Atelier in Schlaifhausen Skulpturen aus Holz und vor allem aus Stahl, bevorzugt aus CorTen-Stahl. Dies ist Baustahl mit Zusätzen von 0,8% Chrom, 0,5% Nickel, 0,5% Kupfer und 1% Phosphor. CorTen bedeutet „Corrosion restistance and Tensile strength“, ist unempfindlich gegen Witterungseinflüsse, oxidiert nur an der Oberfläche und deshalb beliebt nicht nur bei Bildhauern, sondern auch im Schiffbau und bei Fassadenverkleidungen.
Was ist nun Guido Häfners Idee hinter seiner Figur: „Unter den Kelten wurde der menschliche Kopf „über alles verehrt, da der Kopf für die Kelten die Seele war, das Zentrum der Emotionen sowie des Lebens selbst, ein Symbol der Göttlichkeit und der Kräfte der anderen Welt …“.So ist es nicht verwunderlich, dass auch Spielzeuge oder „Spielefiguren“ der Kinder oftmals auf den Kopf bzw das Gesicht fokussiert waren, wie z.B. alte Gesichts- bzw Kopfperlen vor allem aus Mitteldeutschland, der Schweiz und aus Osteuropa belegen. Aber auch sonst wurde bei Figuren ein Hauptaugenmerk auf den Kopf gelegt.
Dies brachte mich zu der Überlegung, eine Spielfigur der Kelten neu zu denken.
Im keltischen Stil eine Skulptur, die mit einem überproportional gestalteten Kopf ausgestattet ist – und zeitgemäß, als Anspielung an unsere fortschreitende Digitalisierung der Welt, in Form von Pixeln umgesetzt.“
Spielfiguren wie wir sie etwa vom „Mensch-ärger-dich-nicht“ kennen, sind abgelöst durch elektronische Spiele, von „Gameboy“ aus den Achtzigern bis zu hochauflösenden Action-Computerspielen heute.
Natürlich müssen wir hier auch noch genauer auf die Kelten auf der Ehrenbürg eingehen. Die Ehrenbürg war eine der bedeutendsten Siedlungen der Kelten in Süddeutschland. Von 550 bis 380 v.Chr. galt der Berg als frühurbane Siedlung, stark befestigt mit einer umlaufenden Wallanlage und zwei Toren.
Diese geschichtliche Periode der „Frühen Eisenzeit“ oder „Laténekultur“ kann als Blütezeit der keltischen Besiedlung bezeichnet werden. Durch „Magnetometerprospektion“ konnte man eine extrem dichte Konzentration von ca 10.000 Kellergruben nachweisen. Bis 1995 wurden über 100 solcher Kellergruben freigelegt, deren Funde Keramikscherben, Bronze- und Eisenteile, Schmuck und wohl auch die Guido Häfner inspirierenden Spielfiguren waren.
Einige Gruben enthielten „Sonderbestattungen“, z.B. eine Frau, die man erschlagen und in die Grube gestoßen hatte, was die unnatürliche Lage des Skeletts erkennen läßt. Die Frau kann man wegen ihres qualitätsvollen Bronzeschmuckes eindeutig in die Zeit der frühen Laténekultur datieren. Sie war wohl ein dargebrachtes Bauopfer bei der Gründung der Mittelpunktsiedlung auf der Ehrenbürg.
In den ausgegrabenen Kellergruben fanden sich auch zahlreiche Tierknochen und Getreidereste. Der Speiseplan der Kelten war durchaus reichhaltig, vor allem Rind (fast 60%) und Schwein (fast 25%), auch Schaf und Ziege und nur sehr wenig Wild. Das bedeutet, dass diese große Anzahl von Haustieren von den umliegenden kleinen landwirtschaftlichen Gehöften heraufgebracht werden musste, da sich innerhalb der Mittelpunktsiedlung auf der Ehrenbürg kein Platz für intensive Tierhaltung bot.
Weitere Informationen zu Guido Häfner:
VITA
1968 *Schlaifhausen –
Ausbildung zum Feingerätemechaniker, BOS Nürnberg, Studium TU-München.
Seit 1991 entstehen in seinem Atelier Stahlskulpturen, Holzskulpturen und Kettensägenholzschnitte.
1991 Gründung ICHverlag.
seit 1995 freischaffend.
seit 1996 Zusammenarbeit mit Johannes Häfner unter der Bezeichnung „Brothers in Art“
seit 2010 jährich vertreten auf der ArtKarlsruhe mit einem ONE ARTIST Stand.
zahlreiche Galerien im In- und Ausland vertreten seine Werke.
2021 3. Preis „Kunst und Genuss“ rund ums Walberla
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