Isarnon

Guido Häfner
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Textfassung:
Wenn Sie hier vor „Isarnon“ stehen, begegnen Sie nicht nur einer Skulptur, sondern auch einem Künstler, der dieser Landschaft eng verbunden ist.
Guido Häfner – ein echter Local aus Schlaifhausen am Fuße der Ehrenbürg – wurde 1968 geboren, ist gelernter Feinmechaniker und studierter Bildhauer. Seit den frühen Neunzigerjahren entstehen in seinem Atelier Skulpturen aus Holz und vor allem aus Cortenstahl, einem Material, das nur oberflächlich rostet und dadurch besonders langlebig ist.
Für „Isarnon“ stellte sich Häfner eine einfache, aber kraftvolle Frage:
Warum spielte der Kopf bei den Kelten eine so zentrale Rolle?
Er selbst sagt dazu: „Der menschliche Kopf war für die Kelten die Seele, das Zentrum der Emotionen und des Lebens selbst – ein Symbol der Göttlichkeit und der Kräfte der anderen Welt.“
Archäologische Funde bestätigen diese Bedeutung. Viele keltische Spielfiguren hatten ein überbetontes Gesicht, oft erstaunlich modern und ausdrucksstark.
Und genau hier setzte Häfner an: Er dachte die keltische Spielfigur neu – mit einem bewusst großen Kopf und einer Form, die sich in Pixel auflöst. Eine Anspielung auf unsere digitale Welt, in der Brettspiele, Gameboys und hochauflösende Computerspiele längst nebeneinander existieren.
Um die Wirkung dieser Figur zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick hinauf zur Ehrenbürg. Sie war zwischen 550 und 380 vor Christus eine der bedeutendsten keltischen Siedlungen Süddeutschlands – dicht bebaut, stark befestigt, voller Spuren des Alltags. Magnetometer-Messungen zeigen rund 10000 ehemalige Kellergruben; viele Funde erzählen von Handwerk, Handel und auch vom Spielen.
Der Speiseplan der Menschen war durchaus reichhaltig: vor allem Rind und Schwein, etwas Schaf und Ziege – alles Tiere, die von den umliegenden Höfen auf den Berg gebracht wurden, weil in der Siedlung selbst kaum Platz für Tierhaltung war.
Guido Häfners „Isarnon“ verbindet all diese historischen Spuren mit einem klaren Blick in unsere Gegenwart.
Eine moderne Spielfigur – und zugleich eine kleine Hommage an jene Kultur, die das Walberla einst geprägt hat.