Metamorphose

 Paul Diestel

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Textfassung:

Wenn man hier am Walberla steht und den Blick über die Landschaft gleiten lässt, spürt man sofort: Dieser Ort ist ständig in Bewegung. Licht, Wind, Pflanzen, Tiere – alles verändert sich. Genau dieses Gefühl wollte Paul Diestel in seiner Skulptur „Metamorphose“ sichtbar machen.

Paul Diestel, geboren 1996 in Schweinfurt und ausgebildet an der Kunsthochschule Kassel, lebt heute in Unsleben in Unterfranken. Seine Inspiration beschreibt er selbst so:

„Die Siedlungsgeschichte der Ehrenbürg – von der Jungsteinzeit über Bronze- und Eisenzeit – und ihre Relikte wie Steinwerkzeuge, Tongefäße und Bronzeschmuck, sowie die besondere Flora und Fauna des Ortes haben mich inspiriert. Das Biotop mit seinen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und die reichhaltige Geschichte machen das Walberla zu einem unvergleichbaren Ort. Die Skulptur soll Zeuge und Sprachrohr der unsichtbaren Prozesse und Metamorphosen sein, die hier passieren.“

Ein Blick in diese Natur zeigt, was er meint. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Schmetterlinge: Der Apollofalter, der Segelfalter oder der Schwalbenschwanz sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen, ohne die sie nicht überleben könnten. Auch viele häufigere Arten – vom Aurorafalter bis zum Kaisermantel – sind Teil eines empfindlichen Gleichgewichts, das sich über Generationen entwickelt hat und sich doch ständig wandelt.

Über die Jahrhunderte hat auch der Mensch die Landschaft geprägt: durch Ackerbau und Viehhaltung, durch Wein- und Hopfenanbau und die Anlage von Obstkulturen. Die traditionelle Nutzung der Wälder als Nieder- und Mittelwald schuf lichte, artenreiche Bestände – ideale Rückzugsräume für wärmeliebende Pflanzen und Tiere. Darunter findet sich sogar eine botanische Besonderheit, die nur hier vorkommt: die Fränkische Mehlbeere.

So erzählt „Metamorphose“ von all diesen sichtbaren und unsichtbaren Kräften, die das Walberla formen. Die Skulptur lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten und den Wandel wahrzunehmen, der dieser Landschaft seit Jahrtausenden innewohnt – und der bis heute fortbesteht.