Kleine Steinerne Frau

Monika Ritter
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Textfassung:
Wenn man sich der Ehrenbürg nähert, fällt sie schnell ins Auge: die Steinerne Frau. Seit Generationen regt dieser markante Felsen die Fantasie an. Viele sehen in seiner Silhouette eine schwangere Frau – ein stilles Bild voller Erwartung.
Dieser Eindruck wurde für die Bildhauerin Monika Ritter zum Ausgangspunkt. Ihre „Kleine Steinerne Frau“ greift diesen Moment auf. Eine Form, die sich sichtbar gegen die Offenheit der Landschaft behauptet. Eine Form, die das Mysterium von Schwangerschaft und Menschwerdung ruhig, aber kraftvoll erzählt. Der graublaue Muschelkalk verbindet die Skulptur farblich mit den Felsen des Berges.
Monika Ritter, geboren 1962 in Waldaschaff, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Heute lebt und arbeitet sie in Kalchreuth. Zahlreiche Werke von ihr finden sich in der Region, darunter am Bohlenplatz in Erlangen.
Der Name ihrer Skulptur verweist auf die alte Sage vom Walberlaschloss. In einer Zeit, die längst vergangen ist, soll hier ein prächtiges Schloss gestanden haben. Sein König war gefürchtet, seine Gemahlin dagegen hochgeschätzt. Doch als er einer entführten Frau den Vorzug gab, wendete sich das Glück. In ihrer tiefen Not sprach die Königin einen Fluch aus. Der Berg öffnete sich, das Schloss versank. Nur die hochmütige Nebenbuhlerin blieb zurück – erstarrt zu Stein. Bis heute steht sie dort, als stumme Zeugin dieser Erzählung.
Auch geologisch betrachtet erzählt die Ehrenbürg eine Geschichte. Sie ist ein Zeugenberg, ein stehengebliebener Rest der alten Alb-Hochfläche. Der Kalkstein, aus dem sie besteht, entstand vor rund 200 Millionen Jahren im Jurameer. Über Jahrmillionen formte die Erosion das Gestein. Die besonders widerstandsfähigen Dolomitfelsen – einst Teile von Schwammriffen – blieben stehen und bilden heute die typischen Felstürme der Fränkischen Schweiz, wie die Steinerne Frau oder die Wiesenthauer Nadel.
Zum Abschluss ein Zitat des Bildhauers Gerd Weiland, welches die Wirkung von Monika Ritters Skulpturen besonders treffend beschreibt:
„Das Hauptelement im Werk von Monika Ritter sind Eros, Witz und Melancholie. Das Motiv ist immer der Anlass, der warme Impuls, der zur Form drängt. In ihrer warmen Kreatürlichkeit verführt uns die Skulptur dazu, sie zu berühren. Bei aller Eigentümlichkeit ihrer Formulierung geht es sowohl um einen persönlichen Ausdruck, wie um die universelle Empfindung.“