Wegwarte

 Thomas Gröhling

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Textfassung:

Wenn Sie hier am Skulpturenweg stehen, blicken Sie für einen Moment auf die Landschaft rund um das Walberla. Genau hier beginnt auch die Geschichte dieser Skulptur.

Der Bildhauer Thomas Gröhling lebt und arbeitet in Bug bei Bamberg. Bei einer Begehung des Weges fiel ihm eine Pflanze auf, die man leicht übersieht: die zarte, himmelblaue Wegwarte am Rand des Pfades. Dieser kurze Augenblick wurde für ihn zum Auslöser, ihr ein eigenes Kunstwerk zu widmen.

Er beschreibt seine Eindrücke so:

„Die Wegwarte blüht mit ihren milden, himmelblauen Blütenblättern von Juli bis Oktober am Walberla an allen Weg- und Ackerrändern, fast unscheinbar im Gegensatz zu den prächtigen Orchideen, die hier vorkommen. Auch als Heilpflanze wurde sie genutzt – und in Notzeiten sogar als Kaffeeersatz. Nicht nur deshalb, sondern auch stellvertretend für die reiche Flora der Ehrenbürg, hat die Wegwarte Aufmerksamkeit und die Umsetzung in eine Skulptur verdient.“

Für seine künstlerische Gestaltung wählte Gröhling Robinienholz, Metall, Kunststoff und Farbe.

Die Materialien stehen bewusst in Kontrast: natürlich und künstlich, warm und klar.
Sie bilden keine Kopie der Pflanze, sondern eine Interpretation ihres Charakters – ihrer Robustheit, ihrer Leichtigkeit und ihrer stillen Präsenz im Landschaftsbild.

Ein Blick auf ihren Lebensraum macht diese Entscheidung nachvollziehbar. Die Ehrenbürg vereint feuchte Waldbereiche am Osthang, trockene Rasen am Westhang und sonnige Plateaus. Zwischen all diesen Extremen taucht die Wegwarte immer wieder auf. Unauffällig. Verlässlich. Ein kleines Stück Natur, das viele Wandernde erst wahrnehmen, wenn sie bewusst hinschauen.

Seit 1987 steht die Ehrenbürg unter Naturschutz.

Gröhlings Skulptur lädt dazu ein, die leisen Elemente dieser Landschaft neu zu entdecken — und besonders jene, die ihre Schönheit erst im Vorbeigehen offenbaren.