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ZUM ENTWURF

EROSION heißt das Objekt das ich für den Skulpturenweg Walberla 2021 vorschlage.
Mit dem Wegzeichen, einer Art Totem, wird auf das Magische des „heiligen Berges“ angespielt.   
Die Stele soll frei in der Landschaft stehen, aufstrebend in den Himmel greifen, dem kompakten Berg gegenüber.
( Ein Fixpunkt, eine Sonnenuhr, eine kosmische Beobachtung, wie sie frühgeschichtlichen Kultorten innewohnt…Stonehenge)

Die Erosion, die Schichtung, als „urzeitliche“ Gestaltung von Landschaft,
wird in abstrakter Weise in Form eines Quader thematisiert.

Demgegenüber steht das Motiv des Erstarrens im Verfahren des Gusses,  
irritiert durch die Manipulation des nach Perfektion strebenden Materials Beton.

Mit umlaufenden, horizontalen Schichtungen durch variierende, unterschiedlich breite, Schalung aus sägerauem Holz, zusammen mit nach oben zunehmender Zerstörung und Perforation durch gezielte Einstreuungen von Sand soll eine Auflösung erreicht werden.
Die Auflösung soll stärker sein als bei Erosion II.  

Die abstrakte Farbigkeit grau/rot, aus natürlichen Mineralien, kontrastiert die Farbigkeit der Landschaft Frühjahr/Sommer grün, Herbst/Winter gelb/braun.

Als Standort schlage ich eine möglichst offene Situation mit Blick auf die Felsen des Walberla vor.   
In den skulpturalen Betonobjekten der letzten Jahre beschäftige ich mich mit Begriffen  
wie Schichtung/Sedimentation, Verwitterung/Erosion, Gärung/Fermentation in Analogie zu geologischen und organischen Phänomenen.  
Mit entschiedener Reduktion im profanen, „armen“ Material Beton finde ich mich bei der Gestaltung sakraler Räume wieder.

Eine Anspielung auf die Vergänglichkeit menschlichen Strebens, die Winzigkeit
menschlicher Existenz im Angesicht urzeitlicher Prozesse, klingt an.  

Doch ist jeder von uns ein Universum.  
(„che ognuno di noi è un mondo“, Zitat Dr. Maurizio Maurizi)

Die Frage was ich, der Künstler damit sagen will, kann ich mir selbst oft nicht beantworten.
Als wäre ich einem ewigen Geheimnis auf der Spur, bringen meine Versuche nur neue Aspekte  hervor – aber das Rätsel bleibt.
Würde ich es aufklären, hätte ich nichts mehr zu tun.

SYMPOSIUM  

– IM ATELIER –

Symposium verstehe ich als Zeitraum in dem eine Idee, ein Vorhaben in der Öffentlichkeit  und im Austausch mit Kollegen umgesetzt wird.
Das Objekt entwickelt sich während der Veranstaltung, der Prozess ist ein wesentlicher  Bestandteil, es ist nicht nur die Realisierung eines abgeschlossenen Entwurfes.
Dies entspricht meinem experimentellen Umgang mit dem Material Beton.
Es wird feste Öffnungszeiten für Besucher geben:
Mittwoch bis Freitag und Sonntag 16 – 19 Uhr.  
Individuelle Besuche außerhalb dieser Zeiten sind nach telefonischer Absprache möglich.  
Nach Fortschritt des Vorhabens sind Veranstaltungen geplant:
Midissage: Präsentation zu Konzept, Entwurf, Schalungsbau, Betonage  
Finissage: Präsentation des fertigen Objekts im Atelier

Besuche der anderen Teilnehmer des Symposiums und der Veranstalter in meinem Atelier wären wünschenswert, Terminabsprache nach Fortschritt der Realisierung.  

Nach Möglichkeit werde ich die anderen Teilnehmer in Ihren Ateliers besuchen.

 Siehe Abbildung 9 +10 Aussen, Innen
– VIRTUELL –

Zu Beginn wird das Projekt in Bild und Text vorgestellt.
Die Arbeit am Objekt wird kontinuierlich fotografisch dokumentiert und erläutert.
Die Entwicklung kann nachvollzogen werden.  
Es soll ein möglichst authentischer Einblick in den Prozess ermöglicht werden.
Fragen und Kommentare können auf meiner Webseite bzw. auf der Plattform des Symposiums kommuniziert werden.
An einem Austausch mit den Kollegen bin ich sehr interessiert.

Meine digitale Präsenz wird unterstützt von
Lutz Kaiser, PMMB.DE Digital Media, Nürnberg

DAS OBJEKT:  

Höhe ca. 300 cm, quadratischer Grundriss Tiefe/Breite ca. 60 cm
Technik:
Betonguss, Eigenmischung
Hochfester, frostbeständiger Beton C 25/30 XC 4 XF 1, K. 0 – 8 mm
Material- und Gewichtsersparnis wird durch hohle Ausführung mit Außen- und Innenschalung,  
ca. 10 cm Wandstärke, erreicht.

Gewicht ca. 1500 kg

Auf Unterstützung und Beratung kann ich  
für das Material auf Dipl. Ing. Alois Kress, Solnhofen Portland Zement,
für die statische Berechnung auf Dr. Alexander Hentschel, Fa. Tragraum, Nürnberg zurückgreifen.  

KALKULATION:
Schalung und Konstruktion außen:
Sägeraues Fichtenholz ca. 25 mm stark ca. 15 qm

Schalung innen: Kronospanplatten 20 mm stark ca. 6 qm
Entkoppelung Polystyrol 20 mm stark ca. 5 qm

Verbindungsmittel für Schalungsbau: Schrauben, Nägel etc.

Material Betonguss:
Flusssand-Kies-Gemisch
Flusssand rot für „Erosion“
Zement CEM II/A – LL 52,5 N
Trennmittel, Schalöl
Flussmittel

Stahlwinkel, Anker, Schrauben für Aufbau/Sicherung

Materialkosten insgesamt inkl. MWSt ca. ?

Verladung, Transport und die Aufstellung vor Ort kann ich mit eigenem Werkzeug,  und manuellem Portalkran selbst bewerkstelligen.
Aufwand ca. 2 Arbeitstage mit einem Mitarbeiter
Das Fundament wird nach Absprache vom Veranstalter erstellt.
Aufbau des Fundamentes:
Für den Frostwiderstand sollte eine Sickerschicht, z.B. aus Schotter, ca. 10 cm stark, auf verdichtetem Untergrund, z.B. Mineralbeton oder natürlichem belastbaren Untergrund aufgebracht werden.
Darauf liegt eine Fundamentplatte, ca. 120 x 120 x 20 cm aus frostfestem Beton.
Um einen natürlichen Bewuchs zu ermöglichen sollte die Oberkante des Fundaments ca. 15 cm unter dem Bodenniveau liegen.

REFERENZ

VITA

geboren 1962 in Stuttgart

1989-1995 Studium Bildhauerei und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg   
seit 2008 Lehrauftrag, TH Nürnberg, Fakultät Architektur:Freihandzeichnen, Aktzeichnen,  Plastisches Gestalten, Gestalten mit Sichtbeton

AUSSTELLUNGEN (Auswahl):
KULTURPALAST ANWANDEN 2021  GASTSPIEL Fürth 2020
ART KARLSRUHE 2020
OFFEN AUF AEG/Werkschau 2019  ARTWEEKEND Nürnberg 2019  RATHAUSART Nürnberg 2019  GOHO 2019
GASTSPIEL Fürth 2019
ART KARLSRUHE 2019
GASTSPIEL Fürth 2018
ARTWEEKEND, Nürnberg 2018
REFLEX, mit Kerstin Liebst, BBK Nürnberg 2017
SURPRISES, Werkstattgalerie Nürnberg 2017
OFFEN AUF AEG, Nürnberg 2015, 2016, 2017, 2018
STILLE ARBEITEN, Galerie INI ITU, Katalog, Nürnberg 2014
DIE BÜCHSE DER PANDORA, Antikensammlung Universität Erlangen, 2007  RONDO MIT NASHORN, Galerie in Zabo, Nürnberg, 2007
REAKTION, Ausstellungshalle der Akademie Nürnberg, 2004
3 BILDHAUER, Gemeinschaftsausstellung mit Christian Rösner und Robert Scholz, Werkstattgalerie Fürth 2002
HÖPFNER UND SCHÜLER, Galerie Flierl, Berlin 2001
TOBIAS REMPP, KERAMISCHE ARBEITEN, Galerie Brockel, Köln 1998
RAUS, Absolventenausstellung Akademie Nürnberg 1995

SYMPOSIEN:

Neuzelle, Brandenburg 2008
Breitungen, Thüringen 2014, 2015, 2017, 2019

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