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ZUM ENTWURF ZEITSKULPTUR

Sound – and – Silence Was bedeutet das in der Klang-Skulptur? Was in der Natur? Immer wieder hat man das Erlebnis, dass ein Pfeifen oder ein Ton die Welt um einen herum verändern kann. Als ob die Vögel, und alles was da so natürlich tönt, kurz aufhorcht, um dann noch offensichtlicher mit zu pfeifen und tönen Was passiert? Man wird anders aufmerksam. Man wird zum Hören gelenkt. Zum Hörenden. Dadurch wird das Erleben oftmals ein anderes, als es noch zuvor war. Ich denke, viele haben das schon erfahren.

Praktische Umsetzung unserer gemeinsamen Arbeit für das Walberla: Es entstehen Baumähnliche Skulpturen. Drei an der Zahl. Alle drei bestehen aus gestapelten und in dem Fall verklebten „Spächtele“. Also, aufgespaltenes Holz, das in kleine Scheitchen gespalten wird und gestapelt. Durchmesser: ca. ?

Erste Skulptur:

Innen ist ein Spiegel (ich hoffe auf ein Sponsoring für eine Edelstahlplatte).
Diese Skulptur ist begehbar. Es gibt eine Öffnung, wo immer eine Person Platz hat.
Das Gefühl, zwischen Himmel und Erde zu stehen entsteht.

Zweite Skulptur:

Diese wird vom Durchmesser her deutlich enger sein ca. ….. und auch nicht Ganzkörperlich zugänglich.
Man kann aber in verschiedenen Höhen, wie Astlöcher, den Kopf hineinstecken. Wieder ist innen ein Spiegel, der den Himmel zeigt, das Innenleben der Skulptur und natürlich das eigene Gesicht.
Dritte Skulptur:

Die dritte Arbeit wird noch mal im Durchmesser enger sein und komplett ein Stück.
Also, nicht zugänglich oder innen beschaubar. In den Skulpturen ist ein Lautsprecher angebracht.

Die Klanginstallation entsteht in Zusammenarbeit mit dem Komponisten name, der dafür die gleichen Spächtele verwendet, mit denen der Künstler seine Holz-Skulpturen baut.

Er ist in Weilersbach aufgewachsen und verbindet mit dem Walberla eindrucksvolle Naturerlebnisse, die ihn auch als Musiker und Künstler geprägt haben. Er hat an der Hochschule für Musik in Nürnberg Klavier und Komposition studiert und unterrichtet dort inzwischen selbst seit mehr als zehn Jahren als Lehrbeauftragter. Als Pianist ist er mit verschiedenen Ensembles international tätig, als Komponist hat er Werke für Soloinstrumente, verschiedene kammermusikalische Besetzungen und für Orchester verfasst. Er arbeitet ausserdem viel mit bildenden Künstlern zusammen, wobei die Kollaboration mit ihm im Rahmen des Projekts Holz_Klang_Raum eine der wichtigsten und intensivsten Verknüpfungen darstellt.

Ausgangspunkt für seine Holz-Klang-Komposition ist der 2017 enstandene Cantus firmus aus Holz: Als Instrument werden hier fünf ausgewählte Holzscheite verwendet, die auf Steinboden gespielt, jeweils eine Tonhöhe erzeugen. So haben diese Klang-Hölzer zusätzlich zur rhythmischen, eine klare melodische Qualität: Das Holz singt.

zur Klanginstallation:

Zeitskulptur nenne ich die Klang-Kompostion für den Skulpturenpark am Walberla.

Hier wird der Cantus firmus aus Holz, der in seiner Grundgestalt exakt eine Minute dauert, auf eine Stunde projeziert: Die Sekunden werden dabei zu Minuten und die vorher wahrnembare Holz-Melodie mit vielen Pausen wird dadurch in vornehmlich Stille, mit einigen Holzklängen transformiert. Nur vierzehn einzelne Holzklänge sind jetzt innerhalb einer Stunde zu hören, wobei der kleinste Abstand zwischen zwei Holzklängen eine Minute, der größte Abstand rund zehn Minuten sind. In der reichen Klangwelt der Naturlandschaft des Walberlas können diese sporadischen Klangereignisse als Impulse zum Hinhören dienen – sowohl nach aussen zu den Vogelstimmen, Wind-Baum-Geräuschen etc. als auch als nach innen zur körpereigenen, inneren Stimme.

Meine Komposition ist in diesem Fall eine bewusste Analogie auf Größenverhältnisse kosmischer Natur, eine Einladung zur Kontemplation: Mikroskopisch betrachtet bestehen unsere Körperzellen größtenteils aus leerem Raum; auf makroskopischer Ebene finden wir dazu eine Annäherung, wenn wir in den Nachthimmel blicken und die Sterne in der unfassbaren Leere des Welraums betrachten. Bei der Zeitskulptur ist dieser Innere und Äussere Raum zu bewusst auskomponierter Stille geworden.

Nach Absprache mit dem Veranstalter kann die Komposition regelmäßig zu ausgewählten Stunden aus der Holzskulptur heraus erklingen. Ausserdem kann die Zeitskulptur auch als angekündigtes Ereignis aktiviert werden, um einen zusäzlichen Anreitz für Besucher des Skulpturenparks zu schaffen.

 

ANMERKUNG

Das Ganze Projekt wird eine Skulpturale – Klanginstallation, die im Naturraum mit dem Klang der natürlichen Stille experimentiert und Klanglich in Verbindung geht. Ein Klavierton, oder der Klang der Hölzer wird immer eine gewisse Irritation darstellen, auch wenn die „Pausen“ sehr deutlich und lange sind. Aber, der Sehende wird zum Hörenden und durch die begehbare Skulptur auch zum Erlebenden.

 

REFERENZ

VITA

 

ohne

 

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