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21016 ZUM ENTWURF

Beschreibung des Vorhaben: Nachbarschaftliche Beziehungen. Gut 70 Kilometer östlich des Walberla gelegen, erhebt sich im Vorland des Oberpfälzer Walds eine weithin sichtbare Landmarke. Der Rauhe Kulm, ein im Tertiär entstandener Vulkanschlot mit umgebender Basaltblockhalde, wurde durch seine Verwitterungsresistenz in den vergangenen 21 Mio. Jahren zu seiner heutigen markant pyramidenförmigen Gestalt aus der umgebenden Landschaft präpariert. Seine Entstehung, wie auch die der Heldburger Gangschar in Unterfranken, steht im Zusammenhang mit  der Vulkantätigkeit in Folge tektonischer Spannungen, die zum Egergrabenbruch führte. Diese Vulkantätigkeit ist bis Mitten in die fränkische Schweiz durch Basaltschlotreste zwischen Heiligenstadt i.Ofr. und Oberleinleiter sichtbar.
Die Siedlungsgeschichte des Rauhen Kulms ist bis in die Keltenzeit bis ca. 500 v. Chr. durch archäologische Grabungen und den Resten eines Ringwalls belegt und führt direkt zur „benachbarten“ Keltensiedlung des Walberlas. Die relative Nähe dieser beiden Siedlungsorte, die innerhalb weniger Tagesmärsche erreichbar waren, legt ein nachbarschaftliches Nebeneinander nahe, gleichwohl ich für diese These keine belegende Literatur gefunden habe.

Auf diesen beiden Verbindungen im Geo- wie Kulturhistorischem basiert mein Entwurf für den Skulpturenweg am Walberla.
Mein Entwurf sieht eine  vertikal aufstrebende Skulptur aus Basaltgestein vor. Basalt zählt zu den härtesten und dichtesten Gesteinen überhaupt, was die Frage nach der Haltbarkeit im Freien überflüssig macht. Auch die Technik, mit der ich plane die Skulptur zu bauen, nämlich aus Einzelsteinen, die mit Epoxydharz verklebt und mit Edelstahl verdübelt sind, verstärkt die Stabilität der Skulptur eher noch, als umgekehrt. Ich plane zwei verschiedene Basalttypen zu verwenden, die jedoch beide in ihrer Grundfarbe dunkelanthrazit bis schwarz sind. Der erste Basalttyp aus der Umgebung Kemnaths (Rauher Kulm), zeichnet sich durch gelb-grün bis rostrote Einsprenglinge und Löcher verwitterter Olivinnester aus, die auf geschliffener Oberfläche ein graphisches Spiel erzeugen und im Nahen Assoziationen zu einem nächtlichen Sternenhimmel suggerieren (Beispielskulptur 1 und 4). Der zweite Basalttyp und ungleich homogener und zeigt nur einen metallischen Glanz auf fast schwarzem Grund durch Flocken von Ilmenit (Beispielskulptur 3). Die gesamte Skulptur wird in ihren Einzelteilen aus facettiert bearbeiteten und feingeschliffenen bis polierten Steinen bestehen (Beispielskulpturen 2 und 4). Meine Intention ist es, der Skulptur einen dynamischen, nach oben strebenden Charakter zu geben, dessen Rhytmik sich in formal verdichteten und ruhig vertikalen Partien äussert. Kleine Veränderungen im Rhytmus und der Richtung unterstreichen die dreidimensionale Dynamik und versprechen ein sich im Licht stetig wechselndes Spiel der Schattierungen auf den Facettenflächen (Beispielskulpturen 2 und 4). Die Dimensionen der Skulptur werden eine Gesamthöhe von ca. 2,50m und ein Gesamtgewicht von ca. 1 t haben (Beispielskulptur 2). Eine Fotomontage der Entwurfsskizze 2 an einen möglichen Aufstellungsort finden Sie unten. Den Transport und Aufbau würde ich selbst organisieren, lediglich ein Betonfundament, um das Bodenniveau auszugleichen und die Skulptur standsicher zu verdübeln ist von Nöten. Die Kosten für Material (1000,00.-), Transport, Kran (500,00.-) und sonstiges (200,00.-) kalkuliere  ich wie in Klammer stehend.
Um die Skulptur als gebaute dreidimensionale Struktur entwickeln zu können und mir formale Entscheidungen im Entstehungsprozeß offen zu halten, übersende ich Ihnen in meiner Bewerbung diese offene Beschreibung der Skulptur mit den dazugehörigen Entwurfsskizzen und kein exaktes massstäbliches Modell. Die Fotos meiner beispielhaften Skulpturen zeigen frühere Lösungen von Konzepten meiner Skulpturen.

REFERENZEN

Supervising Acrobats

Doudou en Facettes

VITA

Geboren 1970 in Weidenberg

1989 Abitur in Bayreuth

1991 – 1994 Ausbildung zum Steinmetz/Steinbildhauer

1995 Studium Geologie/Paläonthologie in Erlangen

1995 – 2000 Gesellentätigkeit als Steinmetz/Steinbildhauer

2000 – 2006 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg

seit 2006 freischaffend als Bildhauer tätig

seit 2006 Lehrbeauftragter für Steinbildhauerei an der AdBK in Nürnberg

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Ausstellungen: seit 2001 Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland

Beispiele Skulturprojekte und Kunst im öffentlichen Raum:

2004 Rothenburg o. d. Tauber

2005 „Khora“ Hiroshima Japan

2006 „Khora “; Nürnberg

2007 „Steinsinfonie“; Larvik, Norwegen

2008 „Tatort Granit“; Selb, 2008 „Kamen Sokolovt Sokolov Tschechische Republik

2009 „Torso 2“ Abtsgmünd, 2009 Ostrov Tschechische Republik

2010 Dissen i. Teutoburger Wald, 2018 „insight“ Shenzhen China

2019 Skulpturengruppe am Wüstenhaus des Tiergartens Nürnberg

 

Auswahl Ausstellungen: 2001 „Form wofür“ Nürnberg

2006 Mörfelden-Walldorf

2007 Kloster Weissenohe

2008 Darmstädter Sezession, 2008 Kunstraum Laichingen

2009 „Blurring Boundaries“ Nürnberg

2010 „Wirkungswechsel“ Nürnberg, 2010 „Miejsce Naznaczone“ Krakau Polen, Galerie Jürgensen Oetjendorf Hamburg

2012 „Identity“; Krakau Polen, 2012 Hamburg Art Week, 2012 „Steinzeit“ Rottweil

2014 „Rest.Art.Work“ Krakau Polen

2015 Galerie Jürgensen Oetjendorf Hamburg

2016 Blindeninstitut Rückersdorf, 2016 Galerie mit der blauen Tür Nürnberg, 2017 HIKK Hilsbach Kunst Kultur e.V.

2018 Galerie mit der blauen Tür Nürnberg

2019 Galerie Robert Drees Hannover

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